B-Jugend schreibt nach doppeltem Wahnsinn weiter Vereinsgeschichte
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Die B-Jugend des TV Bissendorf-Holte hat ein herausragendes Doppelspiel-Wochenende hinter sich. Mit einem 36:37-Auswärtssieg bei der TSV Burgdorf und einem 32:32 im Heimspiel gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen sicherte sich das Team nicht nur die Teilnahme an der Meisterrunde, sondern zugleich auch die erneute Qualifikation für die B-Jugend-Bundesliga in der kommenden Saison. Ein historischer Erfolg, der zeigt: Diese Mannschaft ist längst in der deutschen Nachwuchsspitze angekommen.
Samstag in Burgdorf: Offensivfeuerwerk und Nervenstärke
Bissendorf startete in Hannover mit bemerkenswerter Offensivkraft in die Partie. Immer wieder war es Fabian Sterthaus, der in den ersten Minuten Akzente setzte und mit Dynamik und Durchsetzungsvermögen wichtige Treffer erzielte. Unterstützt wurde er im Rückraum durch Mattis Friedhof, der das Angriffsspiel umsichtig lenkte und in entscheidenden Situationen die Initiative übernahm. In der Abwehr zeigten die Gäste eine ordentliche Basis, wenngleich vereinzelte individuelle Fehler und zunächst keine stabile Torhüterleistung dafür sorgten, dass sich kein Team früh absetzen konnte. Beim 4:4 in der sechsten Minute war das Spiel komplett offen. Erst ab der 12. Minute gelang es Bissendorf, durch Tore von Theo Föbker und später Friedhof erstmals eine kleine Führung herzustellen. Bis zur 27. Minute baute der TVBH den Vorsprung sogar auf vier Treffer aus.
Doch die wahre Stärke der Mannschaft zeigte sich nach der Pause: Trotz eines Spiels auf Augenhöhe, trotz der Druckphasen Burgdorfs, blieb das Team geschlossen. Mit großem Rückhalt im Tor führten die Gäste souverän über weite Phasen mit drei Toren. Auch als die Burgdorfer nach einer Verletzungsunterbrechung für Friedhof bis auf ein Tor herankamen, verlor Bissendorf nie die Ruhe. Ein 3:0-Lauf, gekrönt durch Hannes Bocklage, brachte die erneute Vier-Tore-Führung. Und als es 51 Sekunden vor Schluss noch einmal eng wurde, war es Jonas de Winder, der eiskalt zum 37:35 traf – der entscheidende Treffer des Abends.
Es spielten: Niklas Vogt-Rohlf (20 Paraden), Joost Leugers, Joost Wolff (2), Benedict Berger (1 Tore), Mats Duling (4), Hubertus Bohmann, Jonas de Winder (1), Toni Hannemann, Fabian Sterthaus (10/1), Mattis Friedhof (12), Joel Deibert, Theo Föbker (5), Hannes Bocklage (4)
Sonntag gegen Wetzlar: Kampfgeist, Moral und pure Freude
Nur knapp 18 Stunden später wartete mit dem Nachwuchs der HSG Wetzlar die nächste Herausforderung und die körperliche Belastung des Vortages war dem Team anzumerken. Dennoch erwischte der TVBH den besseren Start. Benedikt Berger setzte beim 3:1 das erste Ausrufezeichen. Der Abwehrchef zeigte darüber hinaus nicht nur mit vier geblockten Würfen seine defensive Präsenz, die die Mannschaft in den knapp verlorenen Spitzenspielen gegen Burgdorf (35:36) und Lemgo (31:30) krankheitsbedingt schmerzlich vermisste. Sterthaus erhöhte noch auf 4:1. Defensiv zeigte die Mannschaft auch weiterhin eine beeindruckend kompakte Leistung, erzwang viele Ballgewinne, aber ließ durch hektische Umschaltmomente viele Chancen liegen. So kamen die Gäste wieder heran, und es entwickelte sich ein Abnutzungskampf, bei dem vor allem Spielmacher Friedhof mit insgesamt 15 Toren Verantwortung übernahm. Vier Tempogegenstöße der Gäste verhinderten eine höhere Pausenführung, sodass es mit einem knappen 17:15 in die Kabine ging.
Nach der Pause kippte das Spiel zunächst. Wetzlar nutzte die Fehler der Bissendorfer konsequent aus, zog auf 27:23 davon und hatte mehrfach die Gelegenheit, die Führung weiter auszubauen. Doch in dieser Phase zeigte sich die vielleicht größte Stärke des TVBH gegenüber den „Großen“: Sein Zusammenhalt. Die Abwehr arbeitete sich zurück ins Spiel, angeführt von einem immer stärker werdenden Niklas Vogt-Rohlf, der freie Würfe wegpflückte und seiner Mannschaft dadurch wichtige Impulse gab. Ein Symbol für diesen Wendepunkt war der Ballgewinn von Joel Deibert, der einen Pass antizipierte, sich den Ball schnappte und den Tempogegenstoß selbst vollendete. Fünf Minuten vor Schluss traf Friedhof zum 29:29, Bocklage glich kurz vor Ende erneut aus, und Sterthaus besorgte sogar die zwischenzeitliche Führung. Als Wetzlar 30 Sekunden vor Schluss ausglich und Bissendorf den Ball verlor, stand der Ausgang erneut auf Messers Schneide. Doch Friedhof fing den letzten Pass der Gäste ab und rettete den entscheidenden Punkt.
Bei aller individueller Klasse zeigt dieses Wochenende vor allem eines: Der TV Bissendorf-Holte lebt von seinem Miteinander. Von Spielern, die sich gegenseitig tragen, von einer Bank, die immer wieder Energie einbringt, und von einer Mannschaft, die in kritischen Momenten zusammenrückt. Kein besseres Beispiel dafür kann es geben, als dass bei beiden Spielen die Gedanken der Jungs bei ihrem verletzungsgebeuteltem, frisch operiertem Mitspieler und Freund Lennard Meyer waren. Bei dem ein Teil der Mannschaft am Sonntagabend noch zusammen das Erreichen der Meisterrunde feierten.
Es spielten: Niklas Vogt-Rohlf (18 Paraden), Joost Leugers, Joost Wolff (3), Benedict Berger (4 Tore), Mats Duling, Hubertus Bohmann, Jonas de Winder (2), Maximilian Kroll, Fabian Sterthaus (3), Mattis Friedhof (15/3), Justus Meyering, Joel Deibert (3), Theo Föbker (1), Hannes Bocklage (4)
Mit der Qualifikation für die Meisterrunde gehört der TV Bissendorf-Holte erneut zu den 24 besten B-Jugendmannschaften Deutschlands. Das letzte Spiel der Vorrunde hat sportlich keine Bedeutung mehr, doch es bietet Gelegenheit Spielern aus der Breite wertvolle Spielzeit zu geben und Richtung Meisterrunde einige Dinge auf höchstmöglichem Niveau auszuprobieren.