Bissendorfer Handballer bleiben nach 31:30 im Rennen um Drittliga-Klassenerhalt
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Irre Aufholjagd endet im Jubelorkan
Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist – diese Sportler-Weisheit bestätigte sich am Samstagabend in der Bissendorfer Handballarena. Nach einer irren Aufholjagd in doppelter Unterzahl gewannen die Handballer des TV Bissendorf-Holte vor 150 begeisterten Zuschauern gegen den VfL Fredenbeck mit 31:30 (14:14) und dürfen weiterhin auf den Erhalt in der 3. Liga hoffen. Bei einem Punktverlust wäre das Thema wohl erledigt gewesen. „Wir waren vier Minuten vor Schluss mausetot und haben noch mal Schwein gehabt“, strahlte ein erleichterter TVB-Trainer Jan Thaler.
An die fünfeinhalb Minuten am Schluss werden sich wohl allen, die dabei waren, noch lange erinnern. Nach einem Kampfspiel lag der TVB, bei dem Julian Jenner (7 Tore) und Christian Rußwinkel (8/davon 4 Siebenmeter) aus dem Rückraum besonders Akzente setzten, nach Höhen und Tiefen und einer verspielten 21:18-Führung bereits mit 27:29 (55.) zurück, Bennet Kastner hatte obendrein eine Zwei-Minuten-Strafe abzusitzen, als der 20-Jährige in einer Kurzschlusshandlung ohne Freigabe wieder aufs Feld lief. Bissendorf bekam eine zweite Zeitstrafe aufgebrummt und musste so in doppelter Unterzahl weitermachen. Kurz danach traf Jan Laurens Redecker für die Gäste zum 30:27, die Partie schien gelaufen. Doch es folgte die spektakuläre Wende. Christian Rußwinkel, Julian Jenner (2) und Marius Kluwe trafen binnen 2:29 Minuten zur 31:30-Führung (57:45 Min.).
Die Halle stand kopf und fieberte bis zum letzten Angriff der angeknockten Gäste gebannt mit. TVB-Keeper Roman Behrenswerth, der in der zweiten Hälfte das Tor für Marco Hemken to Krax hütete, hielt den Verzweiflungswurf von Redecker zwei Sekunden vor Schluss – aus und vorbei! Bissendorfs Handballer tanzten im Jubelkreis, Kastner sprang aus den Katakomben kommend überglücklich oben drauf. „So ein Fehler wie meiner, den du nur einmal im Leben machst, ist nur mit Mannschaftsleistung wettzumachen. Die Bank stand durchgehend“, sagte Kastner. „Wir waren mausetot, und dann kamen Glück und Wille in der Abwehr dazu“, guckte Bissendorfs Kapitän Christian Rußwinkel ungläubig auf die Anzeigetafel.
Mit dem Erfolg rückte Bissendorf (8:6 Punkte) an den auf Rang zwei, einem Nichtabstiegsplatz, stehenden Northeimer HC heran. Northeim ist am nächsten Samstag im brisanten Duell TVB-Gastgeber. Zwei weitere folgen danach aber noch. Die Entwicklung der Mannschaft macht Hoffnung. Gegen Fredenbeck fand sie nach schwachem Beginn (6:9) Problemlösungen, arbeitete sich trotz etlicher Fehlwürfe und Abspielfehlern in die Partie und glich zur Pause aus. Bennet Kastner entwickelt sich neben Jonas Grass als Alternative im Rückraum, Gero Seger am Kreis und in der Abwehr. „Wir müssen mit Fabian Rußwinkel und Levin Zare sehr viele Tore und Erfahrung ersetzen. Julian Jenners Einsatz war heute phänomenal“, lobte Thaler den Linkshänder zu Recht.
Bissendorf: Behrenswerth, Hemken to Krax – Grass 1 Tor, Jenner 7, Seger 2, Brack 1, Kastner 3, Chr. Rußwinkel 8, Bormann 1, F. Rußwinkel 1, Schuering 4, L. Brüggemann 1, Kluwe 2.
Autor: Peter Vorberg
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