Dramatisches Finale: TV Bissendorf-Holte unterliegt dem THW Kiel knapp mit 41:38
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Am Samstag (28.02.2026) um 15 Uhr trat der TV Bissendorf-Holte in der B-Jugend-Bundesliga beim THW Kiel in Altenholz an und lieferte sich ein Spiel, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Am Ende stand eine bittere 41:38-Niederlage (20:12) auf der Anzeigetafel. Ein Remis hätte vermutlich zum Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft gereicht.
Während bei den Gastgebern lediglich Julius Eisend fehlte, mussten die Bissendorfer weiterhin auf den langzeitverletzten Lennard Meyer sowie erneut auf Fabian Sterthaus verzichten. Ansonsten gingen beide Teams in Bestbesetzung ins Rennen. Im Vergleich zum Hinspiel setzte Kiel diesmal auch auf Kjell Suhr, Nationalspieler auf Rückraumrechts.
Bissendorfer Fehlstart
Die Partie begann aus Sicht des TVBH denkbar ungünstig. Es fehlte der letzte Punch im Angriff, dazu kam fehlendes Spielglück insbesondere bei Abprallern. Bereits nach 16 Minuten standen elf Fehlwürfe auf Seiten der Gäste zu Buche – Kiel nutzte das konsequent und zog auf 14:5 davon. Zwischenzeitlich wuchs der Rückstand sogar auf zehn Treffer an. Das Spiel war voraussichtlich vorentschieden.
Zwar war auch das Kieler Spiel immer wieder von Fehlern durchzogen – vor allem dann, wenn die Bissendorfer in der Abwehr gut im Verbund arbeiteten und die Kieler zum Durchspielen bis auf die Außen zwang –, doch offensiv agierte der TVBH in dieser Phase nicht konsequent genug. Mit einem leistungsgerechten 20:12-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.
Aufholjagd wie aus dem Drehbuch
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Bissendorfer wie verwandelt. Die Abwehr stand nun deutlich stabiler, im Angriff wurde zielstrebiger abgeschlossen. In der 41. Minute war man beim 23:21 wieder auf zwei Tore dran.
Die Partie kippte endgültig rund 15 Minuten vor Schluss als der TVB beim 25:26 erstmals in Führung ging. Das Momentum lag voll auf Seiten der Gäste. Die Mittelachse um Mattis Friedhof und Benedict Berger übernahm Verantwortung, während auch Torhüter Niklas Vogt-Rohlf mit wichtigen Paraden in der stärksten Phase Stabilität gab. Bezeichnend das Kiel die Drangphase der Bissendorfer nur dank zweier Zeitstrafen brechen konnte und ihrerseits wieder in Führung gingen. Den Jungs von der Werscher Straße gelang jedoch wieder der Ausgleich (53. 32:32).
Dramatische Schlussphase
In den letzten 7 Minuten hatte Kiel zunächst noch mehr Körner über für die intensiven Zweikämpfe und ging wieder in Führung, aber bis in die Schlussminute war noch alles möglich. In der 59. Minute fiel der Anschlusstreffer, das Spiel war beim Stand von 39:38 völlig offen. In einer hektischen Endphase gelang es Kiel jedoch erneut, auf zwei Tore zu erhöhen. Für Ärger sorgte eine Szene rund 50 Sekunden vor dem Ende: Statt den schnellen Anwurf zuzulassen, ließ das Schiedsrichtergespann zunächst wischen, die Chance auf ein schnelles Tempospiel war dahin. So musste überhastet gegen eine formierte Kieler Deckung abgeschlossen werden und die Gastgeber stellten mit Schlusspfiff schließlich auf 41:38.
Die Hypothek aus der Anfangsviertelstunde erwies sich am Ende als zu schwer und auch die Kräfte ließen in der Schlussphase nach, analog zum Hinspiel. Trotzdem: Eine großartige kämpferische Leistung der Jungs, die mindestens ein Unentschieden absolut verdient gehabt hätte. Aufgrund der komplizierten Tabellensituation wäre man nun auf einen Ausrutscher vom TSV Burgdorf oder der HSG Handball Lemgo angewiesen, da man bei Punktgleichheit aller drei Mannschaften im direkten Vergleich hinter den Burgdorfern läge.
Es spielten:
Niklas Vogt-Rohlf (10 Paraden), Joost Leugers (1 Parade), Joost Wolff (2 Paraden), Benedict Berger (6 Tore), Mats Duling (1 Tor), Hubertus Bohmann, Jonas de Winder (3 Tore), Toni Hannemann, Mattis Friedhof (12/4 Tore), Justus Meyering (5 Tore), Joel Deibert (4 Tore), Theo Föbker (1 Tor), Hannes Bocklage (6 Tore), Maximilian Kroll
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Infos zum Spiel
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