Ein Aufsteiger mischt die Liga auf

//eingestellt von J. Brüggemann

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Samstag Derby in Bohmte

Hauke Rehme-Schlüter ist mit Bissendorfs Handball-Reserve im Aufwärtstrend

Eine vermeintlich unheilbare Knieverletzung hatte schon das Ende seiner Karriere eingeläutet, aber Hauke Rehme-Schlüter konnte den Handball nicht aus der Hand legen. „Es macht einfach zu viel Spaß“, sagt der 26-Jährige, der als Spielertrainer mit der zweiten Mannschaft des TV Bissendorf-Holte die Landesliga aufmischt.

Der Aufsteiger liegt mit vier Siegen und zwei Niederlagen auf Platz vier. Im Derby am Samstag (15 Uhr) beim TV Bohmte soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden. „Wenn wir da hinfahren, steht ein Sieg auf unserer Agenda“, sagt Rehme-Schlüter, der allerdings auch um die Stärken der Bohmter weiß: „Sie geben in jedem Heimspiel noch mal ein paar Prozent mehr. Da müssen wir sehen, dass unsere jungen Spieler kein Nervenflattern bekommen.“

Siege unter anderem gegen das Spitzenteam aus Aurich und die HSG Osnabrück haben Bissendorf Selbstvertrauen gegeben. „Wir können mehr als Klassenerhalt“, ist Rehme-Schlüter nach dem Saisonauftakt überzeugt: „Wenn wir eine gute Leistung zeigen, haben es alle Mannschaften schwer gegen uns.“

Das bekam in der vergangenen Saison die gesamte Landesklasse zu spüren. Nicht einen Punkt gab Bissendorf ab. 22 Spiele, 22 Siege – eine Fabelbilanz auch für den Trainer, der während der Saison die Nachfolge von Sören Walkenhorst angetreten hatte.

Entsprechend froh waren die TVB-Verantwortlichen, als der Meistercoach seine Zusage für die laufende Saison gab. Studienbedingt stand Rehme-Schlüters Abschied im Raum, doch der 26-Jährige organisierte sein Masterstudium so, dass er Bissendorf erhalten blieb.

„Er hat eine moderne Herangehensweise in Sachen Mannschaftsführung und einen guten Zugang zu den Spielern“, lobt Abteilungsleiter Jürgen Brüggemann.

Und so überrascht das junge Team auch eine Liga höher – angeführt vom Spielertrainer, der mit 27 Toren in fünf Spielen bester Schütze seines Teams ist. Verlassen kann er sich auf seinen routinierten Co-Trainer Norbert Szczygiel-Strickmann. „Das war unser Königstransfer“, sagt Rehme-Schlüter.

So hat der Spielertrainer den Freiraum, eine Familientradition fortsetzen: Vater Jürgen und die beiden Onkel Dirk und Gerd standen einst für den TVB in der Oberliga auf der Platte. Jetzt läuft Hauke Rehme-Schlüter zwei Klassen tiefer mit seinem Cousin Niklas auf.

Im letzten Spiel half auch sein zwei Jahre älterer Bruder Arne aus. Auch nach jahrelanger Pause war das Zusammenspiel wieder „eine Selbstverständlichkeit“, sagt Hauke Rehme-Schlüter: „Man weiß, wann man anlaufen oder wohin man den Ball spielen muss.“ Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen, auch wenn es „nicht das erste Ziel ist, dass möglichst viele Rehme-Schlüters auf dem Feld stehen“.

Eins will der Spielertrainer aber auch nicht verhehlen: Zusammen mit Familienmitgliedern Handball zu spielen, „bringt noch mal wesentlich mehr Spaß“.

Autor: Johannes Kapitza

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 26.10.2018

Infos zum Spiel

Landesliga Männer Weser Ems

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TV Bissendorf-Holte II

31:28