Keine Untergangsstimmung am Tabellenende
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Bissendorfs Handballer müssen in Abstiegsrunde der 3. Liga
Die Perspektive „Abstiegsrunde“ kristallisierte sich schon im Laufe der Hinrunde heraus. Von Spiel zu Spiel wurde deutlicher, was die Handballer des TV Bissendorf-Holte schon vor dem Saisonstart geahnt hatten: Um mehr als den Klassenerhalt würde es für den Aufsteiger in der 3. Liga eh nicht gehen. Ein Sieg aus 15 Spielen und der letzte Tabellenplatz sind zwar eine ernüchternde Bilanz, aber so schnell lässt sich der TVB das „Abenteuer 3. Liga“ nicht vermiesen.
Direkter Klassenerhalt rechnerisch nicht mehr möglich
Seit dem 27:29 beim ASV Hamm-Westfalen II am vergangenen Samstag steht fest, dass die Bissendorfer in den verbleibenden sieben Spielen auch rechnerisch keine Chance mehr haben auf den direkten Klassenerhalt. Nach dem letzten Hauptrundenspiel am 12. März zuhause gegen Cloppenburg müssen sie in die Abstiegsrunde.
26 Mannschaften müssen in die Oberligen absteigen
Weil der Deutsche Handball-Bund den Corona-Überhang aus dem Sommer (Aufsteiger in die 3. Liga, aber keine Absteiger) zur nächsten Spielzeit wieder abschmelzen will, geht es dem TVB genauso wie bundesweit 39 weiteren Teams in den sieben Drittliga-Staffeln: Sie alle kämpfen um den Verbleib in der Liga, aber 26 Mannschaften müssen am Ende den Gang in die Oberligen antreten. Dafür werden ab März neue Gruppen gebildet: Bissendorf und ein weiteres Teams aus Staffel B, die die Punkte aus ihren direkten Duellen mitnehmen, bekommen es mit vier weiteren Mannschaften zu tun. Gespielt werden Hin- und Rückrunde. Die besten beiden sichern sich das erneute Startrecht.
Bissendorf zeigt auch in schwieriger Lage Charakter
„Wir haben bis zum Schluss dagegengehalten“, lobt der spielende Co-Trainer Steffen Brüggemann den Auftritt in Hamm. Dabei war vorab klar, dass die ASV-Reserve voraussichtlich um die Relegationsrunde herumkommt, Punkte für den TVB also in der Abstiegsgruppe nichts mehr wert sein würden. „Das zeigt den Charakter der Mannschaft“, findet Brüggemann. Auch die 14. Niederlage in Hamm habe „mehr Hoffnung gemacht als Enttäuschung verursacht“.
Drittliga-Saison als Entwicklungschance
„In der Abstiegsrunde ist wieder alles drin“, sagte Fabian Rußwinkel schon vor dem Jahreswechsel, als sich der Bissendorfer Weg abzeichnete. Schon da war für den 24−Jährigen die Marschrichtung klar. „Für jeden einzelnen geht es darum, sich weiterzuentwickeln. Jeder hat die Möglichkeit, noch mal alles zu geben in der 3. Liga.“
Trainer Thaler sieht „von Spiel zu Spiel gute Fortschritte”
Es sei ja von vornherein klar gewesen, dass andere Mannschaften in der Liga ganz andere Möglichkeiten hätten, sagt Trainer Jan Thaler über die Reserveteams von Erst- (Minden, Lemgo) und Zweitligisten (Hamm) und den ambitionierten Spitzenreiter Wilhelmshavener HV in der eigenen Staffel. „Es war doch klar, dass wir uns entwickeln müssen. Wir lernen von Spiel zu Spiel und erzielen gute Fortschritte, was sich auch zeitnah in Ergebnissen widerspiegeln wird“, sagt Thaler, und auch wenn er nach Niederlagen regelmäßig etwas zu kritisieren hat: Die Richtung stimmt auch für ihn.
Ungleiche Voraussetzungen
„Es tut mir auch leid für alle, die sich rund um die Mannschaft den Hintern für das ganze Projekt aufreißen, dass aktuell noch nichts Zählbares dabei herumkommt. Aber jeder, der bei uns in die Halle kommt, sieht geilen Handball. Das darf man nicht vergessen: Es ist 3. Liga, das mit Abstand Höchste, was wir hier in der Region sehen und unsere Gegner trainieren teilweise unter Halbprofi- bis Profi-Bedingungen. Davon sind wir ein ganzes Stück entfernt.“, sagt Thaler und betont:
„Hier wird kein schlechter Handball gespielt, nur weil die Mannschaft zwei Punkte hat.“ Man müsse die „Verhältnismäßigkeiten und die unterschiedlichen Voraussetzungen sehen, unter denen die Vereine in der 3. Liga agieren”, sagt Thaler: Den Spitzenreiter „Wilhelmshaven und uns trennen zum Beispiel in vielerlei Hinsicht Welten“.
Autor: Johannes Kapitza
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung online vom 19.01.2022







