„Mit solch einer Leistung holt man nichts“
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Drittliga-Handballer des TV Bissendorf-Holte beim 26:37 gegen den direkten Konkurrenten LIT II chancenlos
Ratlosigkeit am Samstagabend in der Handballarena: Die Drittliga-Männer des TV Bissendorf-Holte (11. Platz) hatten sich vor dem zehnten Saisonspiel gegen einen Mitkonkurrenten im unteren Tabellendrittel viel vorgenommen, am Ende leuchtete von der Anzeigetafel aber ein ernüchterndes Ergebnis. Der TVB unterlag nach der schwächsten Saisonleistung LIT 1912 II (8.) mit 26:37 (13:19) und war meilenweit vom zweiten Saisonsieg entfernt. Versöhnlich agierten die 300 Zuschauer, die ihr Team nach der derben Klatsche mit einem aufmunternden Applaus verabschiedeten.
Jürgen Brüggemann reagierte direkt nach der Partie emotional. „So darf man sich einfach nicht präsentieren“, meinte der Sportliche Leiter, dem bewusst ist, welches Abenteuer der Aufsteiger zu bewältigen hat. Andere Teams trainieren unter Profibedingungen sechsmal die Woche, der TVB dreimal. Dennoch wird der Klassenerhalt ohne das Erkennen der offensichtlichen Schwächen eine Herkulesaufgabe.
Gegen die Ostwestfalen, eine Spielgemeinschaft um die Talentschmiede des Bundesligisten TuS Nettelstedt-Lübbecke, startete das Team von Trainer Jan-Henryk Thaler ohne den verletzten Topspieler Levin Zare und den geschonten Jonas Grass gut. Es führte dank einer starken Anfangsphase von Rückraumspieler Fabian Rußwinkel sowie den Kreisläufern Marius Kluwe und Albert Brack mit 3:1 und 7:5.
Die Gäste überbrückten nach zehn Minuten zwei Zeitstrafen und gingen mit 10:8 in Führung. Als Thaler kurzzeitig mit der Herausnahme des Torhüters und der Hereinnahme eines siebten Feldspieler die mittlerweile kompakte Deckung von LIT auszuhebeln versuchte, wuchs der Rückstand auf 8:12. Das gewagte taktische Manöver brachte die frühe Vorentscheidung. „Mit so einer Leistung wird man nicht einen Punkt holen“, äußerte der maßlos enttäuschte Thaler. „Wir hatten in der ersten Halbzeit eine Wurfquote von unter 50 Prozent und haben viele freie Würfe weggeworfen.“
Zahlreiche Fehlabspiele und technische Fehler ließen die Gastgeber ständig in Tempogegenstöße laufen. Im Kopf waren die TVB-Akteure deutlich zu langsam um adäquat umzuschalten. Zudem bekam Torwart Hendrik Peters kaum eine Hand an den Ball und wurde kurz vor der Pause durch Marco Hemken to Krax ersetzt. Weil auch Ex-Bundesligaspieler Marten Franke (7 Tore vor der Pause) im Rückraum von Steffen Brüggemann und Fabian Rußwinkel nicht zu stoppen war, lag der TVB zur Pause mit 13:19 zurück. „Nur die wenigsten haben ihr normales Level abgerufen“, monierte Thaler.
Nach dem Wechsel brachten beide Teams ihre zweite Reihe. Diese war bei den Gästen ebenfalls besser besetzt. Immerhin machte bei Bissendorf Kreisläufer Kluwe mit Treffsicherheit erneut auf sich aufmerksam.
Bissendorf: Peters, Hemken to Krax, Behrenswerth (alle Torhüter) Kluwe 7 Tore, Brack 5, F. Rußwinkel 5, C. Rußwinkel 3 (2 Siebenmeter), Jenner 3, Schuering 1, St. Brüggemann, Seger, Möllering, Kastner, Bormann, L. Brüggemann.
Autor: Peter Vorberg







