NOZ: Oberliga-Aufstieg in Bissendorf-Holte: Wie die Reserve zum Talent-Sprungbrett wird
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Historischer Erfolg
Historischer Aufstieg für den TV Bissendorf-Holte II: Die Handball-Reserve spielt künftig in der Oberliga. Dieser Erfolg ist mehr als nur ein Titel und soll die Zukunft des gesamten Vereins nachhaltig prägen.
Die Handballabteilung des TV Bissendorf-Holte kann trotz des Abstiegs der ersten Mannschaft aus der 3. Liga auf eine starke Saison zurückblicken: Sowohl die A-Jugend als auch die zweite Mannschaft feierten Aufstiege. So gelang der Reserve der Coup und so geht es in der Oberliga weiter.
Souveräner Aufstieg mit dünnem Kader
Die Tabelle der Handball-Verbandsliga spricht eine klare Sprache: Der TVBH II hat diese Saison dominiert, stieg als Meister mit neun Punkten Vorsprung auf den TV 01 Bohmte souverän in die Oberliga auf. Erstmals spielt eine Bissendorfer Reserve auf diesem Niveau, der fünfthöchsten Spielklasse des deutschen Handballs.
„Am Ende ist der Aufstieg souverän und verdient. Wir gehörten aufgrund der Vorsaison sicherlich zum Favoritenkreis. Aber wir hatten einen dünnen Kader und es war nicht abzusehen, dass sich die Jungs so gut entwickeln“, zieht Trainer Roman Flatau ein positives Saisonfazit. Glücklicherweise blieb das Team zudem von längerfristigen Verletzungen verschont und profitierte von der starken Jugendarbeit des Vereins, wenn A-Jugendliche aushalfen und sich schnell im Team zurechtfanden.
Spielerentwicklung im Fokus
Das Torhütergespann mit Tim Kosubek und Bjarne Möllering war nur einer der Erfolgsgaranten. In der Abwehr spielte der erfahrene Bennet Kastner, der aus der ersten Mannschaft in die Reserve wechselte, groß auf. Und im Angriff war der TVBH II für die Gegner aufgrund der personellen Breite nur schwer ausrechenbar. Timon Dunkel (99 Tore), Friedrich Goldmeyer (85) und Leon Suthe (77) führen die teaminterne Torstatistik an. Keiner von ihnen war im Ligavergleich unter den besten neun Schützen.
Speziell Leon Suthe steht sinnbildlich für die Philosophie des ganzen Vereins: Er stieß vor der Saison aus der A-Jugend zur Reserve und spielt ab Sommer für die erste Mannschaft in der Regionalliga. War die „Zweite“ vor ein paar Jahren noch ein vergleichsweise altes Team, ist der Prozess hin zu einer jungen und entwicklungsfähigen Mannschaft, die als Bindeglied zwischen der Jugend und der ersten Mannschaft dienen soll, deutlich vorangeschritten. „In der kommenden Saison sind wir im Schnitt 21 Jahre jung, unser ältester Spieler ist 25“, untermauert Flatau den Eindruck mit Zahlen.
Klassenerhalt als erstes Ziel
Mit Lasse Duling (eigene Jugend), Vincent Reinecke (GMHütte und eigene Jugend per Doppelspielrecht), Georg Kleimann (Rückkehrer aus Bohmte) und Frederik Chamberlain (Rückkehrer aus Pause) sind vier vielversprechende Neuzugänge für die kommende Saison bereits fix. Demgegenüber stehen sieben Abgänge. „Der Kader wird kleiner, aber wir hoffen, dass wir die Lücken mit Spielern aus der A-Jugend auffüllen können“, betont Flatau.
So soll die „Zweite“ weiterhin einen wichtigen Part in der Entwicklung der Jugendspieler einnehmen. „Der Sprung aus der U19 in die dritte oder die Regionalliga ist schon sehr groß“, weiß er als ehemaliger Drittligaspieler und Bissendorfer Eigengewächs. Dass die Reserve nun nur eine Liga unter der Ersten spielt, macht den Übergang noch reibungsloser. Trotzdem sieht Flatau die kommende Saison als Herausforderung: „Alles andere als der Klassenerhalt als Ziel wäre übertrieben. Wenn wir unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen können, können wir mit vielen Teams mithalten. Die Konstanz wird aber die größte Baustelle sein.“
Geht die Entwicklung so weiter, könnte das Team aber auch in der Oberliga bestehen und weiterhin als hochklassiges Sprungbrett für die regionalen Talente in die erste Mannschaft dienen. So wie bei Leon Suthe. „Sein Abgang schmerzt natürlich sehr. Aber wir freuen uns alle sehr für ihn und für jeden weiteren unserer Spieler, der den Sprung in die Erste schafft“, sagt Flatau.
Quelle: NOZ - Artikel von Sven Schüer | 01.06.2026, 08:39 Uhr







