Rückspiel in der Meisterrunde: THW Kiel – TV Bissendorf-Holte
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Es ist angerichtet für das womöglich vorentscheidende Duell in der Meisterrunde der B-Jugend-Bundesliga: Der TV Bissendorf-Holte reist zum großen Favoriten nach Kiel. Nach der hauchdünnen 38:39-Niederlage im Hinspiel am 01. Februar wollen die Bissendorfer nun die Sensation schaffen, wohl wissend, dass es ohne Punkte an der Förde extrem schwer werden dürfte, das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft zu erreichen.
Kiel – der Primus der Liga
Der THW Kiel marschiert bislang nahezu unantastbar durch die Saison. Neun Spiele, null Verlustpunkte in der Meisterrunde, die „Zebras“ gehen durch die Staffel „wie ein Messer durch warme Butter“. Das dramatische Hinspiel in Bissendorf war die bislang engste Partie der Saison. So nah dran an einem Punktverlust war Kiel in dieser Spielzeit noch nie. Zuletzt unterstrichen die Schleswig-Holsteiner ihre Dominanz mit deutlichen Auswärtssiegen in Burgdorf und Lemgo. Nun stehen nur noch drei Heimspiele auf dem Programm und Platz 1 ist Ihnen nicht mehr zu nehmen.
Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Kjell Suhr und Julius Eisend, die in der Meisterrunde bislang ausschließlich in der A-Jugend zum Einsatz kamen. Das schmälert die Kadertiefe – zumindest theoretisch. Praktisch jedoch zeigt sich: Auch ohne sie ist Kiel in der Breite stärker besetzt als jede andere Mannschaft der Staffel. Mit Henrik Rove und Dominik Schweichler stellt der THW zudem zwei Spieler unter den aktuellen Top drei der Torschützenliste, ein weiteres Indiz für die enorme Offensivqualität.
Dreigeteilte Tabelle – Bissendorf unter Zugzwang
Die Konstellation in der Meisterrunde ist kompliziert und brisant. Ganz oben steht Kiel souverän. Dahinter rangieren verlustpunktgleich die HSG Handball Lemgo, der TSV Burgdorf und der TV Bissendorf-Holte. Am Tabellenende liegen Bremen und Hamburg, die bislang nur untereinander punkteten. Die Ausgangslage im Dreiervergleich ist heikel: Burgdorf hätte aktuell die besten Karten auf Platz zwei, dank des klar gewonnenen Rückspiels gegen Lemgo und des daraus resultierenden besseren Torverhältnisses im direkten Vergleich. Bissendorf wäre Dritter, Lemgo Vierter. Sollte Lemgo noch Punkte liegen lassen, käme es zwischen Bissendorf und Burgdorf auf das Gesamt-Torverhältnis an, hier liegt Burgdorf derzeit 14 Treffer vorn. Lässt hingegen Burgdorf Punkte, würde der direkte Vergleich zwischen Bissendorf und Lemgo zugunsten der Niedersachsen sprechen.
Kurzum: Die Bissendorfer sind nahezu gezwungen in Kiel zu punkten, um sich nicht am Ende, womöglich nach der Saison 24/25 erneut, denkbar knapp um den Einzug ins Viertelfinale bringen zu lassen. Ein einziges Tor könnte am Ende wieder den Unterschied machen.
Mittelachse als Hoffnungsträger
Mut macht vor allem die zuletzt starke Mittelachse. Benedikt Berger am Kreis kommt in den vergangenen zwei Spielen auf 15 Tore, während Spielmacher Mathis Friedhof auf Rückraummitte mit beeindruckenden 27 Treffern glänzte, darunter elf verwandelte Siebenmeter. Die Mannschaft präsentiert sich insgesamt torhungrig, muss jedoch defensiv stabiler auftreten. Gerade gegen die zweikampfstarken Kieler wird es entscheidend sein, körperlich dagegenzuhalten und die schwarz-weiße Offensivwucht frühzeitig zu stören. Auch eine ausgeglichenere Siebenmeter-Auslegung als im Hinspiel, dort fiel die Verteilung deutlich zugunsten Kiels aus, könnte ein Faktor sein.
Für den TV Bissendorf-Holte hat die Partie Endspiel-Charakter: Ein Punktgewinn beim Branchenprimus wäre eine echte Sensation, aber auch die letzte realistische Chance, das Schicksal in eigener Hand zu behalten.
Die Aufgabe ist gewaltig. Doch das Hinspiel hat gezeigt: Kiel ist an einem perfektem Tag verwundbar.
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