Wir haben Potenzial für den Aufstieg
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Christian Rußwinkel: Erst an Strukturen des Vereins arbeiten und auswärts steigern
Mit einem 33:27-Sieg und Tabellenplatz drei in der Oberliga haben sich die Handballer des TV Bissendorf-Holte in die Weihnachtspause verabschiedet. Im Interview spricht Kapitän Christian Rußwinkel (27) über den Saisonverlauf.
Herr Rußwinkel, als Tabellendritter gegen den Vorletzten – ist der Sieg gegen Stadtoldendorf schwerer gefallen, als man hätte meinen können?
Am Ende schon. Die zweite Halbzeit war nicht gut von uns. Da haben wir uns mit der offensiven Abwehr des Gegners, mit der Manndeckung schwergetan. Die erste Hälfte fand ich nicht so schlecht, obwohl wir etwas schwer reingekommen sind. Dann haben wir aber bis zur 25. Minute echt Tempo und einfache Tore gemacht. Am Ende würde ich sagen, dass der Sieg alles in allem souverän war.
Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf und Platz drei bei sechs Minuspunkten mehr als der Tabellenführer Burgwedel?
Grundsätzlich bin ich zufrieden, wenn da nicht das Spiel in Burgdorf gewesen wäre, was gar nicht gut war. Die waren damals Tabellenvorletzter, und wir haben mit 32:35 verloren. Dort hatten wir als Mannschaft einen Totalausfall. Die Saison ist bisher in Ordnung. Die sieben Minuspunkte sind aber schon ein bisschen viel, finde ich.
Wie ist das Gefühl: Können Sie noch mal ganz oben angreifen? Die Topmannschaften kommen alle noch nach Bissendorf und Sie sind heimstark...
Es wird ganz schwierig. Burgwedel ist vom Kader her am stärksten. Die haben 15 Spieler, die alle 3. Liga gespielt haben. Aber nächstes Jahr haben wir hier noch richtig geile Spiele in der Halle.
Sie sind zu Hause eine Macht, auswärts haben Sie dagegen Punkte liegen lassen.
Wir hatten die starken Mannschaften gleich am Anfang alle auswärts. Da wussten wir in der neuen Liga noch nicht richtig, wo wir stehen. Wir haben vor unserem Drittligajahr in der Oberliga Nordsee gespielt. Zu Hause ist es natürlich schöner, im gewohnten Umfeld zu spielen. Man kennt die Stimmung, wir fühlen uns in unserer Arena alle sehr wohl und geben sofort Gas auf der Platte. Auswärts haben wir den Start öfter verschlafen. Daran müssen wir auf jeden Fall noch arbeiten.
Wie sehen Sie die Oberliga Niedersachsen im Vergleich zur Oberliga Nordsee, wo Sie sonst gespielt haben? Ist die Liga stärker?
Insgesamt ist die Liga in der Breite stärker, sie ist ausgeglichener. Man kann schon gegen den Tabellenletzten oder -vorletzten nicht gut aussehen. Wenn du nicht 100 Prozent gibst, verlierst du die Spiele. An der Spitze ist die Leistungsstärke ähnlich.
Mit Steffen Brüggemann ist ein ehemaliger Mitspieler nun neuer Trainer. Was ist neu unter ihm, was macht er mit der Mannschaft anders? Und wie hat er Sie schon weitergebracht?
Steffen macht das auf jeden Fall gut. Wir sind als Mannschaft sehr zufrieden mit ihm. Er versucht, alle Spieler ins Team einzubinden. Wir haben ein gutes Mannschaftsgefüge und Teamklima. Die Trainingsinhalte sind super, er macht sich sehr viele Gedanken, das merkt man.
Was hat die Mannschaft im vergangenen Drittligajahr gelernt, was jetzt hilft?
Wir haben auf jeden Fall gelernt, in kritischen Spielphasen die Ruhe zu bewahren. Das war letzte Saison am Anfang unsere Schwäche, wo wir schnell auseinandergefallen sind. Wir sind eine schnell spielende Mannschaft und nehmen den Ball jetzt auch mal runter und bringen Ruhe rein, besinnen uns so wieder auf unsere Stärken.
Ist die 3. Liga nach den Erfahrungen der letzten Saison weiter ein Thema für die Mannschaft und für den Verein? Oder sagt man, die Oberliga ist in Bissendorf genau die richtige Liga?
Ich als Spieler möchte 3. Liga spielen. Ich hatte Spaß, dort zu spielen. Ich denke, wir müssen als Verein an den Strukturen arbeiten, dass wir breiter aufgestellt sind. Dann hoffe ich, dass wir den Aufstieg mit dieser tollen Mannschaft wieder schaffen. Wir haben das Potenzial. Aus der Jugend kommen immer wieder starke Jungs nach, die wir einbinden. Ich hoffe, dass wir als Verein daran glauben und versuchen, die 3. Liga erneut zu realisieren.
Autor: Peter Vorberg
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung







